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Speichermedien für Profi-Fotografen und -Filmer

Auch wenn SD/microSD das derzeit, mit Abstand, am weitesten verbreitete Speicherkarten-Format der Welt ist und die maximale Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 312 MB/s für immer mehr (semi-)professionelle Anwendungen genügt, gibt es doch noch eine ganz andere Klasse mobiler Speichermedien für professionelle Fotografen und insbesondere Filmer.

Evolution der Profi-Speicherkarten: CompactFlash, CFast und XQD

Insbesondere die Aufzeichnung hochauflösender, unkomprimierter Fotos und Videos kann problemlos Datenmengen im Bereich um ein Gigabyte pro Sekunde erzeugen, die im Falle von Videodaten zudem konstant anfallen und ohne Unterbrechung in hoher Geschwindigkeit geschrieben werden müssen.

KürzelCFCFast 2.0XQD 2.0CFexpress 2.0
(Type B)
InterfaceP-ATAS-ATAPCIe 2.0 x2
USB 3.0
PCIe 3.0 x2
(NVMe 1.3)
Datenrate
(max.)
167 MB/s600 MB/s1 GB/s2 GB/s
Kapazität
(theoretisch)
128 PiB?>2 TB128 PiB
Jahr1994 - 2010 (6.0)2008
2012 (2.0)
2010
2012 (2.0)
2019

Mutter aller aktuellen Formate ist CompactFlash aus dem Jahr 1994, das in 16 Jahren und mit insgesamt sechs Revisionen von einst 8,3 auf 167 MB/s beschleunigt wurde. Die Schnittstelle ist, bis auf die Abmessungen, praktisch identisch zum oft auch IDE genannten (P)ATA-Stecker älterer Festplatten, optischer und Disketten-Laufwerke.

Neues Jahrtausend = Neue Schnittstellen = Neue Speicherkarten

Während im PC-Sektor der modernere, deutlich kleinere S-ATA-Stecker seit Mitte der 2000er Jahre zum de-facto-Standard avancierte, konnte sich das Speicherkarten-Äquivalent CFast nie im Kameramarkt durchsetzen. Lediglich einige Profi-DSLRs wie die Canon EOS 1D X Mark II, Hasselblad H6D-100C und mehrere Profi-Filmkameras (z.B. Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K/6K) haben auf das Format gesetzt, das in der zweiten Version bis zu 600 MB/s ermöglicht hat.

Professionelle Foto-Kameras haben, je nach Hersteller, verschiedene Wege eingeschlagen: In den allermeisten Fällen haben SD-Karten mit UHS-II-Schnittstelle die nötige Geschwindigkeit bereitgestellt. Nikon setzte indes auf den CFast-Konkurrenten XQD, der auf die moderne PCI-Express-Schnittstelle setzt. Der erste PCIe-Standard wurde bereits 2003 verabschiedet, und kommt heutzutage in praktisch jedem Computer und Notebook für Grafik-, Sound-, WiFi- und sonstige Erweiterungskarten sowie M.2-SSDs, der Thunderbolt-Schnittstelle und eben XQD-Speicherkarten zum Einsatz.

XQD 2.0 brachte, neben einer auf 1 GB/s verdoppelten Geschwindigkeit, eine integrierte USB-Schnittstelle mit, die XQD-2.0-Kartenleser zu günstigen USB-Adaptern macht.

CFexpress: Die Chance auf einen Profi-Standard

Der große Durchbruch steht dem XQD-Format aber noch bevor, wenn auch unter neuem Namen: CFexpress 2.0. CFexpress-Speicherkarten sind in drei Größen angekündigt, wobei Stand Januar 2020 nur Modelle für Type B angekündigt wurden:

Je nach Größe werden maximal 1, 2 oder 4 GB/s erreicht und damit, bei gleicher Größe, noch einmal doppelt so hohe Geschwindigkeiten wie im Vorgänger XQD 2.0. Zwar sind Größe und Pin-Anordnung zwischen XQD und CFexpress Type B identisch, automatisch kompatibel sind beide Formate jedoch nicht. Immerhin: Für viele XQD-2.0-Kameras sind bereits Firmware-Updates verfügbar oder zumindest angekündigt, die die Nutzung von CFexpress-Speicherkarten ermöglichen.

Schnell und günstig: SSDs

Im professionellen Video-Segment haben derweil SSDs vielerorts Speicherkarten bereits ersetzt – teils direkt via SATA-Schnittstelle in externen HDMI-Rekordern, teils via USB-C-Anschluss als USB-C-SSD.

USB-C-SSDs von Crucial, SanDisk und Samsung